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Ein Tag auf dem Lindenhof - Eine Homestory von Silke Rottermann

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Ein Tag auf dem Lindenhof
Eine Homestory von Silke Rottermann

Dieser Text erschien zuerst im Rahmen der Serie „A Walk on the Premises of…“ am 16. Mai 2012 in englischer Sprache auf der Website www.eurodressage.com http://www.eurodressage.com/equestrian/2012/05/16/monica-theodorescu-backed-history-facing-present-home-bred-horses

Seit den 1980er Jahren taucht der Name Monica Theodorescu nahezu ununterbrochen in deutschen Junioren-. Junge Reiter – und Seniormannschaften auf. In die Fußstapfen ihrer legendären Eltern Inge und George Theodorescu tretend, gehört Monica zu Deutschlands bekanntesten Dressurreitern. Nachdem sie 2008 die Reserve des deutschen Olympiadressurteams war, gehen Monica und Ann- Kathrin Linsenhoffs Whisper erneut in das olympische Rennen. Da wurde es mehr als Zeit, dass Eurodressages Silke Rottermann Monica auf ihrem charmanten Anwesen in Sassenberg einen Besuch abstattete.

Am Mittwoch drei Tage nach Ostern fahre ich von meinem Warendorfer Hotel aus zehn Minuten vor acht Uhr ins nahe gelegene Füchtorf, wo Deutschlands dreimalige Mannschaftsolympiasiegerin Monica Theodorescu das Gestüt Lindenhof ihrer verstorbenen Eltern als professionellen Dressurstall weiterführt.
Als Monica mir zwei Wochen vorher die Adresse gegeben hatte, bot sie mir eine detaillierte Wegbeschreibung an, wie ich ihre Anlage finden kann, doch ich war mir sicher, dass mein Navi mich sicher zum Ziel führen würde…Ja nun, man sollte sich niemals nur auf die Technik verlassen! Mein Navigationsgerät behauptet, es gebe die Hausnummer nicht, also kann ich nichts anderes tun als weiterfahren und nach der Reitanlage Ausschau halten. Das ist leichter gesagt als getan. Füchtorf mag ein kleines Dorf sein, doch es folgt ein Reitanwesen auf das andere.


Nachdem ich eine kleine Anlage und einen großen Springstall ausgeschlossen habe, kommt eine wohlbekannte verglaste Reithalle in Sicht. Letztes Jahr während des Bundeschampionats hatte ich sie auf dem Hin- und Rückweg zum Hotel jeden Tag passiert. Klar! Ein schönes Dressurviereck davor; Das muss gestüt Lindenhof sein.
Ich bin viel zu schnell, um die Einfahrt noch sicher zu erwischen, reiße das Lenkrad schwachsinnigerweise dennoch nach rechts. Mein Auto steht praktisch auf zwei Reifen, die Bremsen und sämtliche Sicherheitssysteme arbeiten auf Hochtouren, um mich in der Spur zu halten. Puh, was für ein stürmischer Beginn meines Besuchs! Ich parke das Auto neben einem Eisentor. „Gestüt Lindenhof“ sagt eine kleine Metallplatte. Ich drücke die Klingel und hoffe, dass mich jemand hört. Sofort öffnet ein Mann mit Basecap und einer Aachen- Jacke das Tor und begrüßt mich mit den Worten: „Hallo! Haben Sie uns ohne Probleme gefunden? Ich bin Monicas Ehemann“, sagt Burkhard Ernst.

Renaissance‘ Kronprinzessin
Schnell lasse ich einen Blick über das Anwesen schweifen. Links befindet sich ein Stalltrakt, der typisch für Irland oder Großbritannien ist: Eine Reihe von Außenboxen ohne Stallgasse. Die Türen sind grün gestrichen und die Holzbohlen sehen ziemlich neu aus. Burkhard Ernst erzählt mir, dass sie gerade damit begonnen haben, Teile des Anwesens zu renovieren. Diese zehn Boxen beherbergten einst die Vollblüter des Tierarztes Dr. Löwe, dem Gestüt Lindenhof bis Mitte der 1970er gehörte und „dienen uns nun als Sommerstall. Die ersten Pferde werden bald einziehen.“

Gegenüber des Eingangstor ist das Haupthaus, in dem Monicas Eltern gelebt hatten; bewacht von Luna, Monicas Rottweilerhündin, die nachts frei auf dem Anwesen läuft und darauf achtgibt, dass es kein Eindringling ungebeten betritt. Pflichtbewusst ist Luna nicht allzu glücklich mich zu sehen, während Terry, Monicas 9 Jahre alte Foxterrier- Hündin, mich mit wedelndem Schwanz und heraushängender Zunge freundlich begrüßt. Auf der rechten Seite ist der ältere Stalltrakt, wo die Bullterrier-Hündin Frou Frou der verstorbenen Inge Theodorescu ein Sonnenbad nimmt und mich überhaupt nicht beachtet.


Burkhard Ernst nimmt mich in diesen Stalltrakt mit, wo sich links eine lange Reihe von Boxen befinden. Die Erste wird von Monicas früherem Grand Prix-Pferd Renaissance, einer rappfarbenen Westfalenstute von Ramiro’s Son, bewohnt. „Resi“ hat mich immer ein bisschen an Ganimedes erinnert. Inzwischen ist sie 24 und wartet darauf, auf die Koppel gelassen zu werden.
Es ist nicht allzu hell, aber es dauert weniger als eine Sekunde und ich erkenne das weiß schimmernde Tier, das gelassen dasteht während es gestriegelt wird: Balagur! Alexandra Korelovas legendärer Orlow-Traber, der viele Jahre lang von George Theodorescu trainiert wurde und mit dem er ein ganz spezielles Verhältnis hatte. Dieser Star verbringt seinen wohlverdienten Ruhestand bei Monica. „Balagur“, rufe ich unvermittelt wie ein kleines Kind heraus und Herr Ernst fängt zu grinsen an. Er wie auch die Schweizerin, die den schneeweißen Professor putzt, scheinen solche Freudenausbrüche, wenn es um Balagur geht, gewöhnt zu sein.


Wir verlassen die Stallgasse und rechts befindet sich die Sattelkammer. Links sind drei Boxen und in einer wohnt Monicas Spitzenpferd, der Württemberger Wallach Whisper. Er schaut uns freundlich und interessiert an, als ich einen Schritt näher trete. Der Fuchs scheint ein sehr ruhiges, selbstzufriedenes Pferd zu sein, das in sich ruht. Monica bestätigt diesen Eindruck später: „So ist er immer, auch auf Turnieren. Er liebt es, zu schlafen und es macht ihm auch auf Turnieren nichts aus, er liegt sich einfach hin und macht ein Nickerchen. Manchmal flechtet ihn meine Pflegerin sogar ein während er schläft.“

Ernst bringt mich zur großen Reithalle, die an eine ältere, kleinere angebaut ist, welche nur zum Longieren und Einreiten benutzt wird. In der hellen Reithalle mit olympischen Maßen arbeitet Monica eine superschicke Rappstute. Sie erinnert mich sehr an Renaissance, aber ich unterdrücke die Frage, ob sie miteinander verwandt sind, weil ich denke, es könnte blöd erscheinen, Ähnlichkeiten zwischen ihren Pferde zu sehen.
Die schwarze Stute mit der unregelmäßigen Blesse und den divenhaften Augen schnaubt und starrt meine rote Kameratasche lange an. Monicas Ehemann führt mich zu einer Ecke links vom Eingang der Reithalle, wo eine Bank in die Wand eingelassen ist, so dass man sich hinsetzen und zuschauen kann. „Das war immer der Platz von Monicas Vater. Hier saß er mit seinem Tee und trainierte. Es war auch immer der erste Platz, wohin sich Balagur morgens begeben würde, um sein Zuckerstück von George abzuholen. Doch am ersten Morgen nachdem er verstorben war, betrat Balagur die Halle und würdigte die Ecke keines Blickes. Gerade so, als ob er wusste, dass George nicht mehr da war.“
Jetzt setzen wir uns hier hin, um Take it Easy anzuschauen, die ihrem Namen heute nicht gerade alle Ehre macht. Monica hält , begrüßt mich und stellt mir ihr Pferd vor. „Sie ist 8 Jahre alt und stammt von meinem früheren Grand Prix-Pferd Renaissance und dem Trakehner Tuareg, dem Vater von Renaissance Fleur.“ Tja, ich hatte Recht! Was ich noch nicht wusste, ist, dass sechs von Monicas eigenen Pferden alle Renaissance als Mutter haben.
Take it Easy hat viel von dem, wonach Dressurreiter Ausschau halten: sie ist schön, ausdrucksstark und besitzt exzellente Grundgangarten. Die Stute wird auf Trense gearbeitet und zeigt wunderbare Seitengänge, aber sie ist noch ein bisschen „auf dem Auge“ wie die Dressurreiter gerne sagen. „Sie ist ein sehr sensibles Pferd, aber wir nehmen uns Zeit. Wir hetzen die Pferde niemals. Easy kann bereits viel, aber ich spüre, dass sie noch mehr Zeit braucht. Auch wenn sie schon 8 Jahre alt ist, habe ich sie nur auf einige ländliche Turniere mitgenommen, damit sie sich an die Turnieratmosphäre gewöhnt.“

Während Monica ihre Trainingssitzung auf der vierbeinigen Schönheit beendet, trudelt Terry ein, humpelt ein bisschen und sucht nach Zuneigung. „Was hast du gemacht, Terry?“, fragt Burkhard Ernst die süße, treu dreinschauende Foxterrier-Hündin, die er Monica vor einigen Jahren geschenkt hat. Aber sie ist schon wieder weg und folgt Monica und ihrem Pferd zurück in den Stall. Monica sattelt die Stute vor Whispers Box ab während eine Pflegerin die Bandagen abnimmt und sie unter das Solarium stellt.
Mir fällt auf, wie gründlich und hingebungsvoll das junge Mädchen sich um Take it Easy kümmert. Monica lächelt: „Ja, stimmt. Das Mädchen kam vom „Fördercentrum Mensch&Pferd“, wo lernbehinderte Menschen eine Ausbildung zum Pferdepfleger machen können. Meine Mutter war darin sehr engagiert und hat diese Einrichtung immer unterstützt.“

Monicas nicht reitender Ehemann, der normalerweise den ganzen Tag arbeitet, hat heute seinen letzten Urlaubstag. Ich sehe, wie er den hübsch gestalteten Innenhof mit einem von Bäumen umsäumten Rondell überquert, das erst kürzlich neu gepflastert wurde. Eine Pflegerin führt eines der ungefähr 15 Pferde um das Rondell herum, um ihm etwas Bewegung zu verschaffen. Herr Ernst ist freundlich genug, mir meinen heißgeliebten schwarzen Tee zu bringen und reicht mir die Tasse, die ich dankbar entgegen nehme. Es ist immer noch kalt und klamm heute Morgen und kein Sonnenschein in Sicht. Es stört mich daher wenig, dass Monica ihr Programm in der Reithalle fortsetzt. Während ich ihr und Renaissance erstem Fohlen, Tattoo, folge, erzählt mir Burkhard ein wenig über das Konzept, das Monicas Eltern einst etabliert haben. „Wir haben keine Führmaschine. Als Monicas Eltern den Lindenhof 1975 kauften, gab es eine, Sie sehen sie neben dem Haupthaus. Aber seither wurde sie nur als Garage für die Autos verwendet. Wir halten es für wichtig, dass die Pferde so viel Kontakt wie nur möglich mit uns Menschen haben. Sie werden am Vormittag trainiert, nachmittags spazieren geführt und im Sommer zusätzlich noch an der Hand grasen gelassen. Wir haben immer noch keine automatischen Tränken und bieten den Pferden mehrmals am Tag Wasser an. Schauen Sie, hier neben dem Solarium stehen immer zwei Wassereimer. Die Pferde kenne das und benutzen sie automatisch nach der Arbeit.

Tattoo macht Eindruck

Monica sitzt bereits auf Tattoo, der jetzt 9 Jahre alt ist. Der Westfalenwallach hat genau die gleiche Abstammung wie Take it Easy. Ich mag diesen Typ Pferd sofort. Der Dunkelbraune ist größer im Rahmen und Stockmaß als die zierliche Stute zuvor. In seinem rechten Auge schimmert etwas Weiß, was ihm ein besonderes Aussehen verleiht. Monica hat ihn auf Kandare gezäumt und geht Schritt am hingegebenen Zügel. Währenddessen betritt Balagur mit der Schweizerin Camille sein „Wohnzimmer“. Die junge Frau aus Genf hat ihren eigenen Sandro Hit- Nachkommen dabei, aber sie darf unter Monicas aufmerksamen Augen von Balagur lernen.

Balagur ist so ein alter Profi! Sofort entdeckt er meine Kamera, geht auf sie zu, Ohren gespitzt und strahlend. Was für ein Showman ist dieses Pferd gewesen und ist es weiterhin. Ob er wohl die Scheinwerfer vermisst, die so oft auf ihn gerichtet waren? Mit 22 schaut der Orlowtraber immer noch fit und gut aus. Natürlich hat er an Muskelmasse verloren, weil er nicht mehr so trainiert wird wie zu seinen aktiven Zeiten, aber seine Bewegungen sind so geschmeidig wie immer und er schaut kerngesund aus.


Monica berichtet während sie Tattoo, mit Spitznamen Tattoo, weiter Schritt reitet: „Balagur ist wirklich außergewöhnlich. Nachdem er vor drei Jahren pensioniert wurde, entschied sich sein russischer Besitzer, ihn hier zu lassen und nicht nach Russland zurückzuholen. Die Umstände dort sind bei weitem nicht so gut wie hier und indem er Balagur bei uns ließ, stellte er sicher, dass sein Pferd den bestmöglichen Ruhestand erhält. Wir reiten ihn immer noch täglich, er genießt seine gelegentlichen Piaffen und braucht keinerlei Medikamente.“

Aber jetzt wird meine Aufmerksamkeit vom Schimmel mit der Ponymähne zu Tattoo gelenkt, da Monica nach einer ausgedehnten Schrittphase, die typisch für ihr Training ist, nun anfängt, ihn zu arbeiten. Die Lektionen sitzen bereits und brauchen lediglich noch Feinschliff. Dem Wallach mit dem netten Temperament und der wunderbaren Arbeitseinstellung steht der „Grand Prix“ auf die Stirn geschrieben. Monica reitet viele Seitengänge, bevor sie mir einige Galopppirouetten zeigt, die sehr klein sind, ohne dass der Rhythmus verloren geht.
Alle von Monicas internationalen Pferden sind berühmt für ihre lehrbuchreifen Pirouetten und ich frage sie, ob ein Geheimnis dahinter steckt. „Es ist wichtig, dass man das Pferd vor sich hat und leicht in der Anlehnung. Man muss den klaren Dreitakt erhalten bevor man die Pirouette beginnt. Es ist von allergrößter Wichtigkeit, dass man das Pferd im Galopp wirklich ausbalanciert hat, bevor man beginnt, an Pirouetten zu arbeiten. Hierzu ist es sehr nützlich, zum Beispiel Serpentinen im Galopp zu reiten. Oft kann man zwei Hauptfehler beobachten, wenn Reiter Pirouetten reiten: Sie versuchen, sie so klein wie möglich zu reiten und deshalb verlieren die Pferde den Rhythmus. Oder Reiter bereiten diese Übung nicht gut genug vor und es schaut nach Gas und Bremse aus und das Pferd ist weder balanciert noch gesetzt genug.“

Theo zeigt nicht nur sehr gute Pirouetten, auch erste Piaffeansätze schauen wirklich vielversprechend aus. Ich frage Monica, wie sie ihren Pferden die Piaffe beibringt.
„Das ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich, wann wir damit beginnen. Mit Theo haben wir erst an der Hand begonnen und es dann unterm Sattel versucht.“ Wie mit seiner Vollschwester Take it Easy nahm sich Monica auch mit diesem höchst talentierten Pferd ihre Zeit, aber mit seinen 9 ist er jetzt bereit, ins Rampenlicht zu treten. „Ich habe ihn in einer regionalen S-Dressur gestartet und er war in M-Dressuren unter den ersten drei. Jetzt kann er einen Schritt nach vorne machen und ich beabsichtige, ihn diese Saison in der kleinen Tour zu starten.“

Theo schaut nicht nur etwas anders aus als seine Schwester Easy, er liebt es auch, alles neugierig ganz genau anzuschauen. Als Monica ihn abklopft und ihm die Zügel zum Verschnaufen gibt, geht er zu mir und schnüffelt an der Gegenlichtblende meiner Kamera. „Er liebt es, alles mit seiner Nase zuerst kennen zu lernen. Aber er kann auch sehr sensibel sein.“Als ich von der Hallenmitte zurück zur Ecke gehe, um mich hinzusetzen, vernehme ich ein wundervolles Geräusch: „Bam-Bam-Bam“. Wie das Metronom in der Klavierstunde. Ich drehe mich um und sehe Balagur in seiner Lieblingslektion: Piaffe.


Leider ist er zu weit weg, um eine Seitenaufnahme zu machen, aber das unglaubliche Geräusch jagt mir Schauer über den Rücken. Was für ein Pferd, für das die Piaffe eine Art vierte Gangart ist! Burkhard Ernst lacht und gibt zu, dass er noch niemals in seinem Leben auf einem Pferd gesessen ist. „Ich interessiere mich sehr für Monicas Reiterei, aber bisher bin ich noch niemals geritten. Am letzten Tag, bevor wir Balagur auf die Weide schicken und sein Leben als Reitpferd beenden, möchte ich mich auf ihn setzen und einmal in meinem Leben eine Piaffe reiten. Monica muss nur die Peitsche hinter ihm halten und er fängt an wie ein Automat.“ Insgeheim wünschte ich, ich könnte dies an seiner Stelle tun und auf Balagur piaffieren; ein Traum, den jeder Dressurliebhaber haben muss.

Geschichte atmen
Während Monica Tattoo zurück in den Stall bringt, folge ich ihrem Ehemann über den Hof zum Haupthaus. Terry und Frou Frou folgen uns, aber Luna protestiert ein wenig, weil der Eindringling nicht nur auf dem Anwesen ist, sondern nun sogar ins Haus möchte. Mit ihrem Maulkorb und einigen beruhigenden Worten gibt sie schließlich nach. Burkhard führt mich von einer zweiten Haustür in eine Eingangshalle. Links davon ist Inge und George Theodorescus Wohnzimmer. “Wir haben nichts daran verändert seit sie gestorben sind. Alles bleibt unberührt und wir wollen es als Platz der Erinnerung an Monicas Eltern bewahren“, sagt er.
Ich trete herunter in den Raum und schaue mich um. Es ist ein stilvoller Raum mit dunklen Möbeln, in dem überall Geschichte zu vernehmen ist. Rechts steht ein kleiner Schreibtisch mit einem gerahmten Kunstdruck von Frankreichs Reiterhelden General L’Hotte an der Wand. Dieser Mann prägte den stets gültigen Grundsatz der Pferdeausbildung: „Calme, en avant, droit“.
Ich bin ein bisschen überrascht, L’Hotte außerhalb Frankreichs zu finden, aber George Theodorescu war bekannt dafür, ein sehr gut belesener Mann gewesen zu sein und zweifellos jeder Dressurliebhaber sollte L’Hotte kennen.


Auf der gegenüber liegenden Wand hängt ein Ölgemälde von 1964, das einen hübschen Fuchs zeigt. Ich frage Herrn Ernst, ob dies George Theodorescus Olympiapferd von 1956, Palatin, ist, der ein sehr edler Vollblüter gewesen sein muss. Auch wenn er keine Spitzenplatzierung erzielte, hinterließ er mit seinem tänzerischen Ausdruck Eindruck.
Monicas Ehemann bedauert es, aber er weiß nichts über das Pferd auf dem Gemälde. „Sie müssen später Monica fragen!“ Monica ist überall im Raum auf gerahmten Fotos ihrer Spitzenpferde zu sehen. Eines der Fotos zeigt den Schimmel Colorado, der ihr Medaillen gewinnendes Juniorenpferd Anfang der 1980er war und der einen langen glücklichen Ruhestand auf den Weiden des Lindenhofs genoss. Und natürlich der kapitale schwarze Westfale Ganimedes, der sie 1988 zur Olympionikin machte, ihr diverse Medaillen bescherte und zwei Mal das Weltcupfinale gewann. „Gani“ mit seinem auffälligen Kopf galt als das Pferd mit den reinsten Grundgangarten seiner Zeit und war berühmt für seine „Theodorescu-Pirouetten“, die ihm 10er einbrachten. Und da ist der Hannoveraner mit der allerschönsten Farbe, der Dunkelfuchs Grunox, der silberfarbenes Langhaar hatte. Mit ihm konnte Monica als Mitglied der siegreichen Olympiamannschaften 1992 und 1996 nahtlos an den Erfolg anknüpfen, den sie mit Ganimedes hatte.

Ich nehme einen silbernen Rahmen mit einem Foto der Trakehnerstute Renaissance Fleur, als sie jünger und mehr geäpfelt grau als weiß war, in die Hand. Dieses Pferd hatte eine großartige Zukunft vor sich, aber ihre erfolgreiche Karriere war von kurzer Dauer als sie sich ihr rechtes Röhrbein in einem furchtbaren Unfall mehrfach brach, kurz vor dem Weltcup- Finale 2003. Herr Ernst schaut nachdenklich aus: „Dieses Stute war etwas Besonderes. Wir verabscheuen immer noch den Tag, an dem es passierte. Wir brachten sie sofort in die Pferdeklinik nach Telgte, die nicht weit entfernt ist. Sie wurde operiert, aber natürlich hatte sie keine Chance, in den Sport zurückzukehren.“ Ich erinnere mich noch genau an die Geschichte und die ganze Medienberichterstattung, aber es fast 10 Jahre her und ich denke nicht, dass man in alten Wunden bohren sollte, also frage ich nicht, was die Stute heute macht. Monicas Wertschätzung für sie kann man an der Tatsache erkennen, dass die ersten drei Fohlen von Renaissance alle von Renaissance Fleurs Trakehnervater Turag (von Radom) abstammen.

Burkhard und ich kehren zur Reithalle zurück, um den letzten Minuten des Trainings des dritten Fohlens von Tuareg beizuwohnen, Toffi. Es ist kein Zufall, dass der Sechsjährige, der seiner Schwester Take it Easy ähnlich sieht, denselben Namen wie der bekannte Pferdefotograf trägt. Monica lächelt: „Ja, genau. Wir haben ihn nach Jacques Toffi benannt und der weiß es.“ Ich habe keine Ahnung, ob Toffi schon einmal vor der Kamera seines Namensvettern war, aber ich nutze die Gelegenheit und mache einige Aufnahmen, bevor Monica absteigt.

In der Reithalle ist immer noch ein junges Mädchen mit einem auffällig guten Sitz , die einen Dunkelfuchs auf Kandare reitet. Ich frage Monica, ob das eine deutsche Juniorin sei, die ich bisher nicht gesehen habe, doch sie schüttelt den Kopf. „Nein, ein Mädchen aus Australien. Sie besitzt drei Pferde und ihre Familie lebt in England. Sie kommen jeden Monat zum Training und lassen immer ein Pferd bei uns, das ich ausbilde.“ Jessica Blackmores 13-jähriger Wallach Don Romeo ist in Australien gezogen und geht zurück auf Donnerhall.
Monica sagt nicht viel, wenn sie ihre konzentrierte Schülerin unterrichtet, die ziemlich selbstständig reitet. Hin und wieder gibt Monica Ratschläge, aber sie schreit nicht ständig mit lauter Stimme Kommandos durch die ganze Halle wie man das manchmal sehen kann. Das Gleiche passiert als die Schweizerin Camille mit ihrem Sandro Hit in die Reithalle zurückkehrt.

Unterdessen sitzt Monica auf dem vierten Pferd des Morgens, einem völlig anderen Typ im Vergleich zu den anderen. Die Annahme stimmt, dass es sich um Renaissance‘ 4. Fohlen handelt, doch das erste, das nicht von Tuareg, sondern dem westfälischen Landbeschäler Fleury (von Fürst Piccolo x Rubinstein I) abstammt. Fiesta ist eine große Fuchsstute mit endlos langen Beinen und einem eher langen Rücken und einer ebensolchen Oberlinie. Da sie erst 5 ist, erwarte ich ein Pferd, das noch Balanceprobleme zeigt und solche, diese langen Beine zu sortieren. Doch stattdessen sehe ich ein Pferd mit einer außergewöhnlich guten natürlichen Balance.

 

Monica reitet die Stute in einem sympathischen altersgemäßen Rahmen. Die Stute arbeitet sehr gerne und mit viel Engagement aus der Hinterhand und hat bereits eine überraschend gute Kontrolle über ihren Körper. Ihr freundlicher Gesichtsausdruck ändert sich während der ganzen Trainingseinheit nicht.

Mich interessiert, wie die Theodorescus Renaissance’ Fohlen aufgezogen haben. Obwohl es einige Weiden gibt, erscheint der Lindenhof nicht als der ideale Platz, um aus Fohlen Pferde werden zu lassen. „Weder Monica noch ihre Eltern hatten irgendwelche Erfahrungen mit der Zucht und wir dachten niemals daran, Renaissance hierzulassen, als sie trächtig war. Wir gaben sie zu einem kleinen Züchter nahe Verl, wo die Fohlen blieben bis sie drei Jahre alt waren. Es war der ideale Ort, denn es lag auf meinem Heimweg von der Arbeit. So konnte ich nachmittags immer mal kurz vorbeischauen, was Renaissance und das Fohlen so machten. Als sie drei wurden, haben wir sie heimgeholt, um anzufangen, mit ihnen zu arbeiten, zuerst an der Longe. Fürs Einreiten haben wir eine exzellente freischaffende Bereiterin, die einen sehr guten Job mit unseren jungen Pferden macht“, erklärt Herr Ernst.

 

Olympisches Geflüster‘
Fiesta wird von einer der Pflegerinnen übernommen und wird später noch einmal auf dem Anwesen spazieren gehen. Keine Freiheit im Paddock bisher für die Pferde, einmal abgesehen von Renaissance und einem Holsteiner, der aufgrund von gesundheitlichen Problemen mit 11 in Frührente ist. Während Monica ihr Spitzenpferd Whisper vorbereitet, der schon geduldig vor seiner Box wartet, erklärt mir ihr Ehemann, dass sie darüber nachdenken, Paddocks einzurichten. „Das ist kein leichtes Thema. Während Monicas Eltern noch lebten, haben wir das nie diskutiert. Jetzt denken wir darüber nach, aber natürlich besteht das Risiko, dass etwas passiert“. Der Hauptstall, der an die alte Reithalle angeschlossen ist, befindet sich ebenfalls gerade im Prozess der Renovierung. Whisper und seine beiden Boxennachbarn haben bereits große Fenster aus speziellem Hartglas und keinen Gittern davor, so dass viel freundliches Licht hereinfällt. Und tatsächlich zeigt sich unerwarteterweise freundliches Licht: Die Sonne fängt zu scheinen an.

Monica sattelt und trenst Whisper. Mit einigem Erstaunen bemerke ich, dass Whispers Trense ein mexikanisches Reithalfter hat, eines von der alten Sorte ohne Backenringe und mit einer festgenähten Platte auf der Nase. Das sieht man sonst kaum in einem Dressurstall und Monica sagt, dass es sich um einen alten Zaum handelt, den sie schon auf vielen Pferden verwendet hat und der von Pferd zu Pferd „weitervererbt“ wird. „Das ist ein altes Reithalfter von Passier. Diese Art von Konstruktion kann man heute kaum noch finden. Da es keine Backenringe hat, verschnalle ich es wie ein kombiniertes Reithalfter.
Die Nasenplatte ist nicht beweglich wie bei den neueren mexikanischen Reithalftern, so dass sie ruhig auf dem Nasenknochen liegt. Heute galoppieren wir ein bisschen draußen. Whisper liebt es, alle Pferde tun es regelmäß ig und gerne.“


Ich folge Monica und Whisper nach draußen, wo eine Pflegerin die alte Renaissance auf eine der zwei großen Weiden führt. Terry lümmelt dahinter, scharf darauf, ein bisschen Spaß zu haben, die Pferde auf der Weide zu jagen. Renaissance, die mit 24 klare trockene Beine, aber eine Art Fohlenbauch und einen kleinen Senkrücken hat, verleugnet ihre Jahre und galoppiert bockend und Kopf schlagend herum. Als ihr Freund, der pensionierte Holsteiner, hinzu kommt, wälzt sie sich vor seiner Nase und zeigt anschließend Renngalopp, verfolgt von einer kläffenden Terry, die ihr Hinkebein völlig vergisst und für ihre Attacke ermahnt wird.

Die ganze Szenerie wird von einem völlig entspannten Whisper beobachtet, der am Rande des großen Außenplatzes mit hingegebenen Zügeln steht während Monica ihre Jacke schließt. Der freundliche helle Fuchs, der nahe des Bodensees gezogen wurde, zuckt nicht einmal mit der Wimper, sondern schaut stattdessen, wann Monica so weit ist, mit ihm zu arbeiten.

 

Der Lindenhof besitzt zwei Außenreitplätze. Ein klassisches 20x60 Meter- Viereck direkt hinter der neuen Reithalle, nur durch Büsche von der Landstraße getrennt, und einen größeren Platz dahinter. Der Bodenbelag bei Letztgenanntem schaut viel dunkler aus als der des Vierecks, also frage ich Monica, die Whisper zu Beginn Schritt reitet. „Oh, das ist kein spezieller Boden. Es ist der Naturboden, den wir hier rund um Warendorf haben. Wir haben ihn lediglich umgegraben und eingeebnet, das wars!“ Wie gut haben es Reiter rund um Warendorf! Nicht nur unzählige Möglichkeiten zum Reiten und Züchten, sondern auch einen super Bodenbelag völlig umsonst.

Ich klettere auf einen niedrigen Graswall, der zwischen Außenplatz und Dressurviereck verläuft, um eine bessere Position zum Fotografieren zu haben. Das Bild, das sich mir zeigt, lässt mein Herz höher schlagen. Die zwei pensionierten Pferde grasen friedlich auf der intensiv grün leuchtenden Weide. Terry, die von ihren Verfolgungsspielchen erschöpft ist, liegt ausgestreckt in der Wiese und sonnt sich. Whispers glänzendes Fuchsfell bildet einen starken Gegensatz zu dem dunklen Boden und dem hellen Grün.

Es passt zur Stimmung, dass Whisper völlig ruhig und mit schwingendem Rücken im Arbeitstempo trabt. Monica hält nur leichten Kontakt. Nach einiger Zeit erlaubt sie dem Pferd, das sie nach 11-jähriger Abstinenz 2007 wieder in die deutsche Mannschaft brachte, anzugaloppieren. Whisper ist in völliger Übereinstimmung mit seiner Reiterin, Ohren gespitzt, locker zur Bewegung pendelnder Schweif und Hinterbeine, die extrem unter den Schwerpunkt fußen. Ohne Zweifel genießt er seine Arbeit.

Ich liebe es, beiden zuzuschauen, aber natürlich muss ich auch an die Attraktivität meiner Fotos denken und hoffe, dass Monica auch einige Grand Prix-Lektionen zeigen wird. Als ob sie meine Gedanken lesen könnte, fordert sie Whisper zu mehr Versammlung auf und reitet schließlich Piaffe und Passage. Ich gebe offen zu, dass ich in den vergangenen Jahren nie allzu beeindruckt von der Piaffe dieses Pferdes gewesen bin: zu erdgebunden und mit zu wenig Rhythmus. Wie auch immer, nachdem Whisper fast ein Jahr wegen einer Verletzung pausieren musste, zeigt er eine verbesserte Piaffe mit mehr Engagement und in besserem Rhythmus. Hier zu Hause macht Whisper es nicht anders. Monica muss ihn ein bisschen mit der Stimme ermuntern, aber ihr Pferd piaffiert mit Engagement und verliert niemals die korrekte Aufrichtung mit dem Genick als höchsten Punkt.

Ich teile Monica mit, wie schön es ist, endlich ein Pferd in korrekter Aufrichtung zu sehen, selbst in diesen schwierigen Lektionen der hohen Schule. Sie lächelt: „Oh ja.“ Ich merke betrübt an, dass ich es bis heute nicht verstehe, warum ihr Ganimedes, dessen Piaffen vorne recht erdgebunden, aber in der Hinterhand sehr gesetzt gewesen waren, immer niedrigere Noten bekommen hatte als solche Pferde, die nur ihre Beine hochrissen, aber nicht versammelt waren. Monica seufzt und zuckt mit den Schultern: „Nun, da müssen Sie die Richter fragen, nicht mich“, womit sie den Nagel auf den Kopf trifft!

Whisper hat für heute genug getan. Ich erlaube mir die Bemerkung, dass Whisper in Topform zu sein scheint. Hat er eine Chance auf weitere Olympische Spiele? 2008 war er die Reserve, die mit nach Hongkong flog. Monica weiß aus schmerzlicher eigener Erfahrung, dass es zu früh ist, sich über London Gedanken zu machen. „Bis dahin kann so viel passieren. Mal sehen.“

Zu viel an Geschichte

Mittagessenszeit. Monica und ihr Ehemann nehmen mich mit in die Küche, wo Monicas Mutter immer für alle gekocht hat. „Jetzt haben wir einen Catering- Service, der das Mittagessen für unsere Mitarbeiter liefert. Wir selbst haben meist nur schnell ein belegtes Brötchen zu Mittag.“ Die Hunde bekommen ebenfalls Mittagessen. Frou Frou und Terry kommen zu uns in die Küche und die arme Luna muss im Gang bleiben, weil sie immer noch nicht sonderlich begeistert von meinem Besuch ist, obwohl sie mich später dann ignoriert.
Vor meinem Besuch hatte ich Monica gefragt, ob wir auch etwas zu Ganimedes und Grunox für die Greatest Oldies- Serie und ausführliche Porträts zu ihren Eltern machen könnten.

Jetzt, wo wir zurück im Wohnzimmer sind, merke ich, dass es verrückt war, zu glauben, dass man das alles an einem Nachmittag hinbekommen könnte. Monica zieht alte Fotoalben aus den Regalen. „Meine Mutter hat immer darauf aufgepasst, dass alles archiviert wird.“ Ich betrachte die säuberlich beschrifteten Schwarz-Weiß-Fotos: Monicas Mutter Inge (geborene Fellgiebel) über einem Derby- Hindernis in den 1950ern und mit der Stute Halla ihres ersten Ehemannes Hans-Günther Winkler. Plötzlich wünschte ich, ich könnte zumindest für zwei Tage diese ganzen Fotoalben anschauen und tiefer in die faszinierende Geschichte derjenigen Jahrzehnte eintauchen, in denen Monicas Eltern gelebt und als Reiter und Trainer Einfluss genommen haben. Ich sage es Monica und sie stimmt sogleich zu, dass wir es einmal anders machen können.

Obwohl Monica die Zahl an Pferden seit dem Tod ihres Vaters von 35 auf knapp 20 reduziert hat, ist ihre Arbeit für heute noch nicht beendet. Wieder nutzen wir den anhaltenden Sonnenschein aus und gehen auf den Außenplatz. Diesmal sitzt Monica auf einem völlig anderen Pferdetyp als Whisper, der mich an ein Pferd erinnert, das Ivan Kalita in den 1970ern geritten ist. So falsch liege ich damit nicht, denn Monica stellt mir Tonik vor, ein ukrainisches Warmblut mit hohem Vollblutanteil. Er schaut fast aus wie ein reines Vollblut mit seinen langen schmalen Beinen und seiner Silhouette. Im Gegensatz zu Whisper wird Tonik auf Kandare geritten und obwohl Monica von der Kandare nicht allzu stark Gebrauch macht, reagiert dieses Pferd viel mehr auf Umwelteinflüsse als der Württemberger zuvor. „Dieses Pferd kam ursprünglich für Sascha Korelova über den Besitzer von Balagur. Aber Sascha wurde schwanger und kehrte nach Russland zurück. Tonik blieb bei mir, weil wir hier viel bessere Möglichkeiten haben, das Pferd zu starten.“

Tonik verfügt über elegante Bewegungen mit einem kandenzierten Bergaufgalopp und außergewöhnlich guten Seitengängen. Niemals kommt dabei sein Genick zu tief wie man es bei zu vielen international erfolgreichen Pferden sehen kann. Nur seinem Trab fehlt, was jetzt schon in Jahre in Mode ist: Das berüchtigte fliegende Vorderbein. „Er ist ziemlich weit ausgebildet und ich beabsichtige, ihn im Louisdor Cup für junge Grand Prix-Pferde zu starten.“

Eine Rakete zum Ende

 Es ist jetzt später Nachmittag und ich bin unter Zeitdruck, da ich in nur 60 Minuten bei Ruth Klimke in Münster sein soll. Ich hatte niemals erwartet, dass Monica so viel Zeit für diese Story mit mir verbringen würde und es tut mir richtig leid, dass sie wegen mir alle Unterrichtsstunden abgesagt hat und nun bin ich beschäftigter als sie angenommen hat. Doch ich habe noch einige Minuten, um die Jüngste von Renaissance‘ Nachkommen, anzuschauen, eine dreijährige Fuchsstute mit dem Spitznamen „Rakete“, die vom Florencio- Sohn Fineliner abstammt.

Die kleine Dame trägt ihren zweifelhaften Spitznamen aufgrund ihres überschäumenden Temperamtes. „Als sie ihre erste Impfung im Fohlenalter bekam, ging sie in die Luft wie eine Rakete. Seitdem nennen wir sie so, aber bisher hat sie noch keinen offiziellen Namen“, erzählt mir Monica. Rakete zirkelt ohne Ausbinder um sie herum, bockt ein bisschen, beschleunigt hier und da und genießt die ganze Sache. Sie ist ganz am Anfang eines hoffentlich langen Weges. Eines Weges, den so viele ihrer Vorgänger in den vergangenen Jahrzehnten gegangen sind.

Seit den 1950er Jahren ist der Name Theodorescu für immer mit einigen von Deutschlands besten Dressurpferden verbunden. Monica und ihre selbstgezogenen Pferde haben das Zeug, in diesen Hufabdrücken zu folgen, und mögen sie groß sein.

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